SEGA

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Das Firmenlogo von SEGA

SEGA ist ein traditionsreicher japanischer Videospielehersteller, der seit seiner Gründung einige der besten Videospiele aller Zeiten entwickelt hat. Bis 2001 war SEGA auch als Hardwarehersteller aktiv und veröffentlichte mehrere Spielkonsolen, darunter die Dreamcast. Seit deren Einstellung ist SEGA nur noch als Drittentwickler für andere Konsolen tätig.

Geschichte

SEGA wurde 1940 von den Amerikanern Marty Bromely, Irving Bromberg und James Humpert auf Honolulu in Hawaii gegründet. 1951 zog das Unternehmen nach Tokio und wurde dort in „SErvice GAmes of Japan“ umbenannt. 1952 wurde die schließlich offiziell registriert, als Gründungsdatum des heutigen SEGA wird meist 1952 angegeben. Das Geschäftsfeld von SEGA war der Import von Münzautomaten für in Japan stationierten US-Soldaten.

1964 fusionierte Service Games mit der Firma Rosen Enterprises und es entstand das Unternehmen SEGA Enterprises. Rosen Enterprises war eine Firma mit ähnlicher Geschäftsidee gewesen und war ebenfalls von einem in Japan lebenden US-Amerikaner, David Rosen, 1954 gegründet worden.

Ein Jahr nach der Fusion wurde von SEGA Enterprises der Spielautomat Periscope, eine Art U-Boot-Simulator, entwickelt und wurde ein großer Erfolg. 1969 entschieden sich die Gründer, Sega an die Investorengesellschaft „Gulf+Western“ zu verkaufen. David Rosen blieb der CEO von SEGA. In der Folgezeit wuchs SEGA weiter. Im Jahr 1983 veröffentlichte SEGA das SG-1000, die erste eigene Videospielkonsole. 1984 wurde SEGA vom japanischen Unternehmen CSK Holdings gekauft und weltweite Niederlassungen (SEGA of America) wurden gegründet. Ab 1986 wurden SEGA-Aktien an der Börse Tokio gehandelt. Isao Okawa, Firmenchef von CSK Holdings und ein Freund von David Rosen, wurde neuer CEO bei SEGA.

SEGAs Maskottchen ab 1991: Sonic

Ende 1985 wurde das Master System veröffentlicht. In Japan erschien es unter dem Namen Mark III, im Rest der Welt hieß es Master System. Zum Erscheinen des Master Systems wurde das neue Maskottchen Alex Kidd eingeführt. Obwohl das Master System technisch stärker war, konnte es in puncto Verkaufszahlen dem NES von Nintendo nicht das Wasser reichen. Zwischen SEGA und Nintendo entstand in den nächsten Jahren eine große Rivalität.

SEGA begann mit der Entwicklung einer neuen Konsole, dem Mega Drive, die 1989 auf den Markt kam. Nintendo brachte erst 1991 mit dem SNES einen Nachfolger auf den Markt. Das Mega Drive - in Nordamerika erschien es unter dem Namen SEGA Genesis - wurde ein großer Erfolg. Ein neues Maskottchen wurde eingeführt, der blaue Igel Sonic the Hedghehog. Sonic war cooler und hipper als Nintendos Super Mario und mit einer gelungenen und originellen Werbekampagne (unter anderem mit Sprüchen wie Genesis does what Nintendon't.) konnte SEGA schließlich vorläufig die Marktführerschaft erringen. Das Mega-Drive-Spiel Sonic the Hedgehog 2 wurde das erfolgreichste Spiel, das SEGA je entwickelte, mit über 6 Millionen verkauften Exemplaren. 1991 brachte SEGA das SEGA CD, eine Erweiterung für das Mega Drive, auf den Markt, die sich mittelmäßig verkaufte. Um die Lebenszeit des Mega Drive weiter zu verlängern, wurde eine weitere Mega-Drive-Erweiterung veröffentlicht, das SEGA 32X, die sich ebenfalls nur mäßig verkaufte. Für das 32X erschienen nur sehr wenige Spiele und es wurde kurzer Zeit von SEGA wieder fallen gelassen, was viele Fans sehr enttäuschte. SEGAs Marktanteil fiel von 65% auf 35% im Jahr 1994. Insgesamt geht man heute von etwa 40 Millionen verkauften Mega-Drive-Konsolen aus.


Noch Ende 1994 brachte SEGA mit dem SEGA Saturn in Japan dann einen Nachfolger auf den Markt. Ein halbes Jahr später kam der Saturn dann auch in Europa und Nordamerika auf den Markt.

Obwohl er vor den neuen Konsolen der Konkurrenz erschien, hatte es der Saturn auf dem Markt jedoch schwer. Zum einen war Nintendos SNES noch immer erfolgreich, zum anderen hatte Sony angekündigt, mit der PlayStation in Zukunft ebenfalls auf dem Konsolenmarkt mitzumischen. Technisch war der Saturn zwar durchaus leistungsfähig, war jedoch äußerst schwer programmierbar, was viele Entwickler einen Bogen um den Saturn machen ließ. Die Entwicklung von Saturn-Spielen kostete in der Regel mehr und dauerte länger als auf anderen Plattformen. Bis September 1995 (der Saturn war in Nordamerika bereits seit Mai auf dem Markt) konnte SEGA in den USA nur etwa 80.000 Konsolen verkaufen. Als die PlayStation im September erschien, wurden alleine am ersten Tag von ihr 100.000 Exemplare verkauft. Auch in Europa war der Saturn nicht erfolgreicher, nur in Japan waren die Verkaufszahlen einigermaßen zufriedenstellend.

SEGA musste den Traum von der erneuten Marktführerschaft bald aufgeben. Mit dem Nintendo 64 kam ab 1996 zudem ein weiterer Konkurrent auf den Markt. Viele gute Spiele, wie etwa Panzer Dragoon oder Shining Force 3 erschienen nur in Japan. Das Spieleangebot auf dem Saturn war im Vergleich zu den Konkurrenten verhältnismäßig klein. Als SEGA schon 1997 ankündigte, dass man an einem Nachfolger arbeitete, stürzten die Verkaufszahlen des Saturn endgültig in den Keller. Bereits 1998 wurde die Vermarktung in Europa eingestellt, Anfang 1999 dann auch in Nordamerika, noch bevor ein Nachfolger auf dem Markt war. Das Saturn-Debakel brachte SEGA einen Verlust von fast 270 Millionen Dollar und zwang das Unternehmen fast 30% der Belegschaft abzubauen. Nur etwa 10 Millionen Saturn-Geräte wurden insgesamt verkauft.

Die Dreamcast

Umso größer waren die Erwartungen in die neue Konsole, die Dreamcast. Während der Entwicklung hatte man versucht, die Schwachpunkte des Saturn auszumerzen. Die Hardware war nun sehr viel Entwickler-freundlicher und es wurden ganze zwei Entwicklerkits erstellt, eines davon basierte auf Windows CE. PC-Spiele konnten nun sehr einfach auf Dreamcast portiert werden. Eine Online-Gaming-Funktion und leistungsfähige Hardware sollte die Dreamcast von der Konkurrenz abheben. Sogar ein eigenes Disk-Format hatte SEGA für die Dreamcast entwickelt, die GD-ROM.

Die Dreamcast wurde schließlich im November 1998 in Japan veröffentlicht, am 9. September 1999 in Nordamerika und am 14. Oktober 1999 in Europa. Besonders in den USA war der Verkaufsstart sehr erfolgreich, dort wurden über 500.000 Geräte binnen der ersten zwei Wochen verkauft. Bekanntere Spiele, die von Anfang an verfügbar waren, waren unter anderem Soul Calibur, Sonic Adventure, Hydro Thunder und Power Stone. Anfangs sah alles nach einem gelungenen Verkaufsstart aus.

Der große Wendepunkt kam mit dem Erscheinen der PlayStation 2 von Sony. Die PlayStation 2 war "cool", war von den Medien gehypt worden, hatte ein DVD-Laufwerk, damals ein wichtiges Feature, und war der Dreamcast technisch überlegen. Zwar sahen die ersten PS2-Spiele sogar eher schlechter aus als Dreamcast-Spiele, dennoch konnte das nichts mehr an SEGAs Lage ändern. Die Dreamcast-Verkaufszahlen brachen ein. Der SEGA-Aktienkurs stürzte ab. Mitte 2000 hatten Hacker mit der Utopia BootCD zudem eine Möglichkeit gefunden, Raubkopien ohne Modchip auf der Dreamcast zu benutzen. Software-Piraterie wurde zu einem weiteren ernsten Problem für SEGA, die ohnehin vom Saturn-Debakel noch angeschlagene waren. Außerdem stand der Nintendo GameCube bereits in den Startlöchern und auch der Software-Riese Microsoft plante noch 2001 mit der Xbox ins Konsolengeschäft einzusteigen.

Nach dem schlecht laufenden Weihnachtsgeschäft 2000 besserten sich die Verkaufszahlen nicht. Da SEGA nun kurz der Insolvenz stand, zog man die Notbremse: Man zog sich aus dem verlustbringenden Hardware-Geschäft zurück. Die Dreamcast-Produktion wurde eingestellt. SEGA wollte nun als reiner Software-Hersteller agieren. Viele Dreamcast-Klassiker wurden in Folge auf Konsolen der ehemaligen Konkurrenten wieder veröffentlicht.

Ab 2003 schrieb SEGA wieder schwarze Zahlen. 2004 fusionierten SEGA und der Arcade-Hersteller Sammy, es entstand 'Sega Sammy Holdings. Mittlerweile gehört SEGA wieder zu den führenden Spieleherstellern weltweit. Seit 2005 betreibt SEGA in München wieder eine eigene Deutschland-Niederlassung. Spielereihen wie Sonic, Super Monkey Ball und andere leben weiter, nun aber auf Konsolen von Drittherstellern. In den letzten Jahren führte SEGA zunehmend auch neue Spielereihen ein, unter anderem das erfolgreiche Yakuza. Eine Rückkehr ins Hardwaregeschäft schließt SEGA jedoch aus. Wer weiß was die Zukunft bringen wird.

Konsolen von SEGA

SEGA-interne Entwicklerstudios

Zur Dreamcast-Zeit betrieb SEGA zahlreiche interne Entwicklerstudios. Einige davon existieren heute noch, andere nicht mehr. Zur Dreamcast-Zeit waren dies unter anderem folgende Studios:

WOW Entertainment - SEGA-AM2 - Hitmaker - Amusement Vision - No Cliché
SEGA Rosso - Smilebit - Overworks - Sonic Team - United Game Artists - SIMS

Bekannt sind auch SEGAs regionale Niederlassungen SEGA of America und SEGA Europe. Die deutsche Niederlassung war SEGA Deutschland.

Dreamcast-Veröffentlichungen auf einen Blick


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