Speed Devils (Test)

Speed Devils (Test)

Aus SEGA-DC.DE

Wechseln zu: Navigation, Suche
Speeddevilspalcover.jpg
Geschrieben von jo!ghurt - Dreamcast ist bekannt für seine außergewöhnlich guten Racer. F355 Challenge und Metropolis Street Racer faszinieren noch heute mit einer für damalige Verhältnisse ungewöhnlich guten Grafik. Mit Wacky Races und Looney Tunes wurde ebenfalls der Funracer-Bereich ausreichend bedient. Also, was will schon Speed Devils bewirken? Schließlich erschien es schon im Launch-Jahr und wurde bald wieder vergessen. Viele kennen es nicht mal, sodass eine 08 / 15 – Betitelung die Folge sein mag. Zu Unrecht.

Inhaltsverzeichnis

Gameplay

Im Spiel erwarten heiße und schrille Karren aus den letzten Jahrzehnten, von Zockern befahren zu werden. Wem die Auswahl an normalen eintönigen Farben nicht ausreicht, brauch vorab erwähnt nicht traurig sein: schrille und extrem grelle Farbvariationen mit Blumen oder Feuerstrahl-Verzierung gehören ebenso zum Repertoire wie die schwarze Lacklimousine. Und los geht der Spaß gleich: Arcade, Meisterschaft und ein Zwei-Spieler-Modus sind die drei übersichtliche Modi, die uns durch das Spiel begleiten werden. Im Arcade- Modus stehen zu Beginn leider erst einige der 13 Rennstrecken, die auf sieben Orte der Welt verteilt sind, zur Verfügung. Die anderen müssen in der Meisterschaft erspielt werden. Besonders Anfängern ist dieser Modus als Einstieg zu empfehlen. Als Gimmick erwartet einen die Möglichkeit, Strecken ebenso spiegel- wie auch seitenverkehrt oder gegen das eigene Ghost-Car zu befahren. Die Zusatzoption, Witterungsverhältnisse und Tageszeit und somit ein spezielles Feeling zu bestimmen, rundet das Spielvergnügen ab. Nach ein paar Runden Arcade hat man allerdings schon genug. Entweder wiederholt man dasselbe mit einem zweiten Spieler oder wechselt in die Meisterschaft und somit dem Schmuckstück von Speed Devils, erst hier erhöht sich der Spaßfaktor ins Immense. Als neuer Besitzer eines minderwertigen Wagens fängt alles ganz deprimierend an. Der Wagen wurde vom Boss spendiert, der auf einen zählt und dies beweist, indem er hohe Wettsummen auf deine Sieg abgeschlossen hat. Eine hohe Verantwortung liegt einem also zu Füßen. Um den Boss nicht zu enttäuschen, liegt es nun an einem selbst sich vom Tellerwäscher zum Millionär hochzufahren. Die Werkstatt dient hierbei stets als Zentrale, wo man zwischen den Rennen deine Autos reparieren, Automobile kaufen/verkaufen, Wetten abschließen, den Wagen aufrüsten, den Spielstand speichern und deine Pokale bewundern... halt alles, was ein Fahrer braucht, um in der hohen Liga mitzuhalten! Leider fehlt das Geld, sodass man sich zwar alle schicken, aalglatt polierten teuren Luxuskarosserien beim Autohändler anschauen, aber noch lange nicht bezahlen kann. Um den Frust zu mindern, sollte man zielstrebig sein. Gleich losgelegt mit dem ersten Rennen lassen die ganz nett gestalteten Umgebungen die Runden schnell vorbeilaufen. Geld, endlich Geld: Nach der Runde bekommt man je nach Fahrstil, Geschwindigkeit und Position Bares, welches man nun endlich in seine Zukunft investieren kann. Wem dieses Geld aber mal als zu wenig erscheinen sollte, der muss nur warten, bis einige der Mitfahrkonkurrenten schon bald einen aufsuchen, damit sie um Geld oder das Auto wetten. Je nach Können solltest man diese an- oder ablehnen, schließlich kannst man auch einiges verlieren. Manchmal versucht dieser Wettgegner dann, im Spiel zu irritieren. Aber ein gekonnter Fahrer lässt sich so etwas natürlich nicht gefallen. Leider kann man selbst nie Wetten vorschlagen und muss stets geduldig warten. Wie man sich schon denken kann, fährt man in diesem Spiel nicht gegen einfache Autos, man fährt gegen „echte“ Menschen mit echten Gesichtern – die Konkurrenten. Ob Jack E. Brown, Miss Penny J. Parker, Billy-Sue Bayou, Tex Dalton oder der legendäre Driver X in der Klasse A. Jeder hat seinen eigenen Charakter, fährt seinen Stil und ist für seine Überraschungen gut. Nach einigen mühevollen Runden und mit mehr Geld in den Taschen kann man sich endlich einen neuen Wagen kaufen. Auch Zubehörteile stehen einem bereit, wobei der billigste Motor schon knapp 10.000$ kostet. Je nachdem, wie die Witterungsbedingungen sind, sollte man lieber zunächst in die passenden Reifen investieren oder dem Wagen eine Reparatur gönnen – schließlich führen Beschädigungen zu einer verminderten Fahrqualität. Hat man am Ende einer gesamten Spielrunde (mehrere Rennen) nicht genügend Punkte zusammen, so kommt man nicht in die nächste Klasse und muss harter Weise erst mal in seiner verharren. Aber irgendwann schafft man es, irgendwann steigt man auf und realisiert, dass umso höher die Klasse ist, desto schneller und besser die Autos werden, aber desto schwerer die Konkurrenz zu sein scheint. Man spart, fährt, wettet, tunet, kauft, repariert und verkauft. Am Ende heißt es dann nur noch: Bin ich der weltbeste Champion?

Grafik

Trotz der PC-Herkunft haben die Entwickler glücklicher Weise die Finger von der Unterstützung durch Windows CE gelassen und das Spiel von Grund auf komplett neu bearbeitet. Das tut ihm mit Sicherheit gut. Die langen Rennstrecken fallen durch viele liebgemeinte Verzierungen auf, die mitunter den Reiz des Spiels ausmachen. Ausschmückungen wie der Weiße Hai oder King Kong lebend in Hollywood, fliegende UFOs in der Wüste von Nevada, Drachenflieger in Aspen oder ein Tornado in Louisiana sind nur einige Beispiele. Auch können Lavasteine in Mexiko einem entgegen rollen oder ein Dinosaurier einem den Weg versperren beziehungsweise die Fahrbahn einengen. Obwohl für einen Launchtitel verständlich die Grafik nicht annähernd an ein MSR reicht, so sind es besonders Strecken mit Ihren Abkürzungen und Spielereien, die dem Spieler das Gefühl geben, dass Grafik letztendlich doch scheißegal ist, wenn man richtig Spaß haben möchte. Dennoch, sei es erwähnt, ist es leider unvermeidbar, dass nach heutiger Sicht Missstände wie kerzengerade, also unrealistische, Regentropfen sofort auffallen und manchmal eher einen Stör- als einen Spaßfaktor darstellen. Eine vielleicht leicht höhere Detailtreue hätte somit das Spiel vielleicht noch besser machen können, als es schon gut ist. Zusammengefasst ist die Grafik für 1999 bombastisch, für 2002 gut und für 2008 akzeptabel.

Sound

Wo ich mir erlaube, richtig Kritik anzusetzen, ist die im Spiel gewählte musikalische Untermalung. Was auf den ersten Blick fetzig-futuristisch wirkt, dröhnt spätestens nach fünfter Wiederholung monoton im Ohr. Andere Soundgeräusche sind zum größten Teil befriedigend und fallen halt eher nicht auf – weder positiv, noch negativ.

Fazit

Ein bisschen mehr grafisch bei den Details gearbeitet, ein bisschen mehr am Sound gefeilt und schon könnte ich Speed Devils mit Sicherheit in einer Reihe mit Titeln wie MSR erwähnen. Denn, was die Grafik nicht mithielte, wäre durch Spaß definitiv absorbiert worden. Dies geschieht dennoch in hohem Maße und da der Spielspaß primär vor allem anderen ist, bleibt Speed Devils auch fast 10 Jahre nach seinem Release mein Dreamcast-Geheimtipp.

Grafik Bewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgKeinebewertung.jpgKeinebewertung.jpgKeinebewertung.jpg
8von10.jpg
Bewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgKeinebewertung.jpgKeinebewertung.jpg
Sound Bewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgKeinebewertung.jpgKeinebewertung.jpgKeinebewertung.jpgKeinebewertung.jpg
Gameplay Bewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgKeinebewertung.jpg