Space Channel 5
Left, right, left, right, shut, shut, shut...
[Ertan] Die Mutter Erde hat die Zukunft schon hinter sich und der schräge Look ist wieder IN. Unser Planet lebt zufrieden im Universum, bis er eines Tages von Aliens bedroht wird. Die kleinen Gestalten, Teletubbie-ähnlich, wollen die Herrschaft übernehmen und lassen die Menschen in einem Tanztrance verfallen. Nur durch Hilfe von Menschen, die gegen die Aliens tanzen, um die Unterworfenen so zu befreien, kann die Menschheit gerettet werden.
Dem Sender Space Channel 5 geht es schlecht. Man braucht die Einschaltquoten und so wird Ulala, eine junge Moderatorni mit grellen, flippigen Klamotten, rosa-grellen Haaren und riesigen Plateau-Schuhen, zu den Schauplätzen geordert. Dort muss sie sich durch Nachahmen von stylischen Tanzbewegungen, die die Aliens von sich geben, behaupten.
Und so stehen die Aliens vor euch und geben euch eine Choreographie vor, welche am Anfang noch sehr leicht ist. Nachdem deren Melodie ausgeklungen ist, seid ihr an der Reihe. Ihr müsst im gleichen Rhythmus die Kommandos auf den 6 Tasten wiedergeben. Bei einem Fehler geht ein Herz verloren. Ab einer bestimmt Anzahl dieser Verluste, kannst du den armen Menschen nicht mehr helfen und musst zu den nächsten Opfern hintraben. Die Tasten sind klar aufgeteilt. Die vier Himmelrichtungen werden durch das Steuerkreuz bedient. Die Taste A dient dazu, deine Laserknarre zu betätigen, welche die Aliens verschwinden lässt. Mit einem Schuss aus Taste B rettest du die Passanten, die verzweifelt neben den Außerirdische umhertanzen. Die Erretteten schließen sich dir in der Regel an und tanzen im Hintergrund mit, sodass je nach Erfolg sich eine bis zu über 20-köpfige Gruppe bilden kann, die hinter dir hertanzt.
Am Ende jedes Levels musst du, natürlich wie üblich, gegen einen Endboss kämpfen, der sich in Sachen Tanzbewegung von den eigentlichen Tanzbewegungen und Melodien distanziert und so mehr Herausforderungen bringt.
Zwischendurch begegnet man der Konkurrenz, z.B. Pudding von Channel 42. Im harten Showbusiness kämpft man um jeden einzigen Prozent der Zuschauer und so muss man sich auch mit verfeindeten Moderatoren aus anderen Kanälen auseinander setzen. Man muss sie zu Grund und Boden tanzen und damit zeigen, dass die Zuschauer beim eigenen Sender am Besten aufgehoben sind.
Ein Schauplatz folgt dem anderen und man durchquert viele Szenarien. Umso besser man tanzt, umso mehr steigen die Einschaltquoten. Bei Fehltritten führt dies natürlich zum Gegenteil. Das motiviert natürlich, immer das Beste zu geben. Aber wie es sich für ein gutes Spiel gehört, bietet es eine Vielzahl an Schwierigkeitsgraden, die keine Zeit für Langeweile lassen.
An Ulala wurde an Sachen Detailreichtum und Grafik nicht gespart. Ihre Tanzbewegungen kommen sehr flüssig rüber. Auch ihre Kostüme entzücken immer, egal ob sexy Mini-Rock in Orange oder ein langes weißes Kleid. An den Aliens, die ja die Erde „bedrohen“, ist auch nix zu meckern. Was mir jedoch überhaupt nicht gefallen hat, sind in diesem Fall die anderen Menschen, bei denen nur wenig Handwerk ins Detail gelegt wurde. Am Anfang des zweiten Levels kommt es einem vor, als gebe es in naher Zukunft nur Menschen, die keine Rundungen haben, sondern nur komplett eckig sind und keinen Schatten werfen. Die Schauplätze sind in einem befriedigenden Design, ein wenig mehr Detailreichtum hätte bestimmt nicht geschadet. Insgesamt kann man die Grafik als durchaus gut und für diese Art von Spiel mehr als angemessen bezeichnen.
Der Sound besteht aus swingenden Dance- Melodien, was nicht jedermanns Geschmack ist, aber hier exzellent zum Spiel abgestimmt wurde. Erleichtert wird Euer Tanz übrigens durch die niedliche Sprachausgabe, da die Aliens immer schön brav ihre Bewegungsabläufe mitsprechen: "Left, right, left, right, shut, shut, shut...“
Nach einer langen Eingewöhnungszeit, da es erst mal sehr schwer ist die richtigen Tastenabläufe (am Anfang habe ich z.B. aus Versehen Menschen mit dem falschen Knopf abgeschossen) im richtigen Rhythmus wiederzugeben, hat mir dieses Spiel echt gut gefallen. Die knallbunte Grafik, der Sound, dieses gewisse Etwas wofür der Hersteller SEGA einen Namen hat, hat mich in voller Linie überzeugt und so konnte ich den Controller für lange Zeit nicht aus der Hand legen.
Leider fehlt ein 2-Spieler-Modus und so ist es die Motivation nach dem ersten Durchspielen, obwohl man dann das Spiel eine Stufe schwieriger spielen kann, wie weggeblasen.
Wer über einige Macken wie die nicht so gute Grafik und der durchschnittlichen Musik hinwegsieht, der findet viel Spaß an dem noch nie so toll da gewesenen Konzept mit Ulala und den vielen anderen Personen wie z.B. Space Michael als Gaststar. Die Steuerung ist leicht erlernbar und wer ein wenig Rhythmusgefühl hat, sollte die ersten Stufen ohne Probleme meistern können. Ansonsten hat mich das Spiel aber wie gesagt trotz - oder gerade wegen - der ungewöhnlichen Thematik in seinen Bann gezogen und kann kurzfristig auf jeden Fall auch heute noch unterhalten.
| |
|
| Grafik: |
 |
| Sound: |
 |
| Gameplay: |
 |
 |
| Gesamt: |
 |
|