MDK 2 (Test)

MDK 2 (Test)

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MDK 2
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Genre Action-Adventure
Erschienen Us.png 02.04.2000
Eu.png 21.06.2000
Entwickler BioWare
Vertrieb Interplay
Online-Funktionen keine
Spieler 1
Kompatibel mit VMU, VGA-Box
Mehr Infos Weitere Daten

Geschrieben von staR-Kron - Baldurs Gate, Neverwinter Nights, Knights of the Old Republic, Jade Empire, Mass Effect... Was sich hier wie die Hall of Fame westlicher Rollenspielkunst liest, ist das Line-Up eines einzigen Entwicklerstudios - BioWare! Unzählige Awards und Auszeichnungen untermauern BioWares Ruf, eines der besten Studios unserer Zeit zu sein und das völlig zu Recht. Dank ihrer unvergleichlichen Art, Geschichten zu erzählen, sind die Kanadier schon seit Jahren nicht mehr aus dem RPG-Genre wegzudenken. Doch nur Wenigen ist bekannt, dass ihr Debüt-Titel nicht etwa Baldurs Gate war, sondern ein Mech-Action-Game namens Shattered Steel. Drei Jahre nach ihrem Erstling kehrten sie zu ihren Wurzeln zurück, um einem Klassiker des Action-Genres neues Leben einzuhauchen: MDK.

1997 erschien - unter der Führung von David Perry - Shiny's MDK. Von der Presse als Meisterwerk gefeiert und den Spielern mit Desinteresse gestraft blieb der Titel weit hinter den erhofften Verkaufszahlen zurück. Doch trotz des finanziellen Debakels sah BioWare das Potenzial des abgedrehten Shooters und entschied sich für eine Fortsetzung. Interplay und Shiny begrüßten diese Entscheidung und so stand der Verwirklichung ihrer ganz eigenen Vision von Kurt, Max und dem Doc nichts mehr im Wege.

Obwohl man dem Stil des Erstlings weitestgehend treu geblieben ist, gibt es einen ganz entscheidenden Unterschied zum Original. Hausmeister Kurt muss sich fortan das Rampenlicht mit dem Robo-Hund Max und seinem Chef Dr. Hawkins teilen. Was Kennern des Vorgängers zunächst komisch vorkommen mag, stellt sich wenig später als wahrer Geniestreich und größte Stärke des Spiels heraus.

Kurt, Hauptdarsteller des ersten Teils, würde zwar am liebsten einfach nur seiner Tätigkeit als Hausmeister nachgehen, aber als Hawkins feststellt, dass noch ein Crawler der Invasoren übrig ist, schlüpft er erneut widerwillig in den Kampfanzug. Dieser ist nicht nur sehr kleidsam, sondern auch noch mit allerlei Gimmicks ausgestattet. Mit Hilfe dieser kampferprobten Utensilien ist er für jede Situation gerüstet. Sein ungewöhnlicher Fallschirm erlaubt es ihm beispielsweise Abgründe zu überwinden, in Luftströmen nach oben zu steigen oder Gegner im Sinkflug aufs Korn zu nehmen. Das integrierte Maschinengewehr sorgt mit seinem unerschöpflichen Munitionsvorrat dafür, dass nervösen Zeigefingern nie langweilig wird und der Scharfschützen-Helm lässt euch aus sicherer Entfernung Schalter betätigen oder dank verschiedener Munitionsarten sogar um Ecken ballern.

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Während sich Kurt also wie gewohnt durch Gegnerhorden ballert und von Vorsprung zu Vorsprung klettert bzw. gleitet, kümmern sich Max und der Doc um alles was sonst beim Zurückschlagen einer außerirdischen Invasion so anfällt. In Anbetracht unzähliger Gegner und wahrhaft gigantischer Levelarchitektur kann Kurt auch wirklich jede Hilfe brauchen.

Zur Freude des Spielers entpuppt sich der sechsbeinige Robo-Hund Max schon nach kurzer Spielzeit als wahres Naturtalent im Umgang mit bis zu vier Waffen gleichzeitig. Mit ständig wechselnden Waffen von der Schrotflinte über Uzi bis hin zum Raketenwerfer lässt er nicht nur Rambo vor Neid erblassen, sondern auch noch allerlei Gegner das Zeitliche segnen. Doch Max ist nicht nur auf das Rauchen von Zigarren und Abfeuern vieler Waffen spezialisiert. Wie Kurt macht auch er hin und wieder die Lüfte unsicher. Dafür nutzt er ein Jet-Pack und die sparsam verteilten Tankstationen in den verschiedenen Levels. Was anfangs noch leicht scheint, entwickelt sich später durch den begrenzten Tank zu Nerven zerreißenden Flugmanövern in teils schwindelerregenden Höhen.

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Der exzentrische Doc Hawkins muss sich zwar auch mit so manch waghalsiger Sprungpassage und Zizzy Balooba's Schergen rumschlagen, seine Spezialität ist jedoch das Lösen witziger wie kurioser Rätseleinlagen. Mit einem Atom-Toaster bewaffnet kombiniert ihr in Gestalt des verkannten Genies vermeintlich nutzlose Gegenstände zu hilfreichen Werkzeugen, entschärft riesige Bomben oder duelliert euch mit außerirdischen Superhirnen.

Obwohl sich die drei Charaktere ohnehin schon sehr abwechslungsreich spielen, hat man so manches Minispiel eingebaut. So düst ihr als Max mit einem Torpedo durchs All, navigiert mit Hawkins euer Raumschiff durch ein Asteroidenfeld oder schwimmt als Goldfisch Chuckleberry durch Abwasserkanäle.

Ebenfalls auflockernd wirken die regelmäßigen Bosskämpfe. In den von Taktik geprägten Duellen bekommt ihr es meist mit riesigen Widersachern zu tun, die sich lange Zeit von jeglichen Angriffen unbeeindruckt zeigen, bis ihr ihren Schwachpunkt entdeckt. Diesen zu finden ist nicht immer leicht, aber das gute Checkpointsystem in Kombination mit dem insgesamt recht fairen Spieldesign hält den Frust trotz des eher hohen Schwierigkeitsgrades in Grenzen. Darüber hinaus sorgen die amüsanten Widersacher über das ganze Spiel hinweg immer wieder für Lacher und gute Laune.

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Trotz immer neuer Spielsituationen und Aufgaben geht die Steuerung dabei jederzeit locker von der Hand, denn egal welchen Helden man gerade auf dem Bildschirm hat, die Grundsteuerung bleibt wie sie ist. Mit dem Stick sieht man sich um, während die vier Aktionstasten mit jeweils einer Laufrichtung belegt wurden. Die Schultertasten zum Springen respektive Feuern und das Digikreuz zur Inventarauswahl komplettieren die einfache, aber sehr effektive Steuerung.

So viel spielerische Vielfalt muss natürlich auch angemessen in Szene gesetzt werden und die eigens für diese Aufgabe kreierte OMEN-Engine tut dies auf fulminante Weise. Mit seinen kolossalen Bauten sowie Bossen, feinen Animationen und Lichtspielereien gehört MDK 2 direkt hinter Titeln wie Shenmue, Soul Calibur oder MSR zum Besten, was der Kringelkasten zu bieten hat. Auch wenn es in einigen Fällen zu kleinen Einbrüchen bei der Bildrate kommt, bleibt der Spielspaß davon auch in größeren Gefechten weitestgehend ungetrübt. Betrachtet man dazu auch noch die ansehnlichen Texturen, teils enorme Weitsicht und einfallsreiche wie anspruchsvolle Architektur einiger Level, so erscheint dies umso erstaunlicher.

Für die akustische Untermalung des abgedrehten, Sci-Fi Abenteuers engagierte man einen der ganz Großen der Branche, Jesper Kyd. Der Däne ist insbesondere durch seine Arbeiten für die Landsmänner bei io Interactive (Hitman, Freedom Fighters, Kane & Lynch) bekannt geworden und bei Spielern und Entwicklern gleichermaßen beliebt. Passend zum ausgefallenen Stil des Spiels hat Kyd einen dynamischen und vielseitigen Electro-Soundtrack komponiert. Je nach Situation hindern euch treibende Beats daran auch nur einen einzigen Schritt zurückzuweichen, während düstere Ambientklänge euch ein mulmiges Gefühl bereiten. Wie üblich hat Kyd auch diesem Titel in musikalischer Hinsicht seinen Stempel aufgedrückt und einen hervorragenden Soundtrack geschaffen, welcher lange in Erinnerung bleibt.

Fazit

Abwechslungsreiches Gameplay, eine erstklassige Optik und ein toller Soundtrack machen MDK 2 also zu einem wirklich guten Spiel, doch der wahre Star des Spiels sind der irre Humor und ein wahres Füllhorn an skurrilen Ideen. Denn was Witz und Ideenreichtum anbelangt, machen BioWare genau da weiter, wo Shiny gut 3 Jahre zuvor aufgehört haben. Dialoge die nicht peinlich, sondern einfach nur zum Schreien komisch sin: Außerirdische, die Macarena tanzen, Fensterputzer, die Darmgase statt Putzmittel nutzen, und und und. Lasst euch dieses einzigartig abgedrehte Abenteuer nicht entgehen.


Grafik Bewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgKeinebewertung.jpg
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Sound Bewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgKeinebewertung.jpg
Gameplay Bewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgBewertungspunkt.jpgKeinebewertung.jpg